|
|||
|
|||
|
Das Präfix Buch" gehört zu den am häufigsten beanspruchten Attributen Leipzigs. Was aber verbirgt sich hinter dieser Charakterisierung? Mit der Vortragsreihe, eine Gemeinschaftsveranstaltung des Studienganges Buchwissenschaft/-wirtschaft an der Universität Leipzig, des Studienganges Buch und Museum der HTWK Leipzig, des Leipziger Arbeitskreises zur Geschichte des Buchwesens, des Leipziger Geschichtsvereins e.V, des Sax-Verlages Beucha. sowie des Kuratoriums Haus des Buches und des BlickPunkBuch e.V. wird dieser Frage nachgegangen. Im Blick steht die Analyse grundlegender Strukturen, Leistungen und Machtverhältnisse der Buchwirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Die Referenten stellen ihre auf der Basis umfangreicher historischer Quellenarbeit gewonnenen Erkenntnisse und Thesen zur Diskussion. |
|||
|
. |
|||
|
28. Mai 2002, 18.00 Uhr |
|||
|
Dr. Volker Titel |
|||
|
In den Zentralen der Medienwirtschaft. |
|||
|
Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
war Leipzig das Zentrum des buchhändlerischen Warenverkehrs in mit Deutschland.
Neben der Präsenz zahlreicher Firmen wurde das Bild der Buchstadt vor allem von
zwei Gebäuden geprägt, die zu Schaltstellen der deutschen Medienlandschaft
avancierten: die 1834/36 errichtete Buchhändlerbörse" in der Ritterstraße
und das 1888 eröffnete Deutsche Buchhändlerhaus". Es waren dies
Heimstätten zentraler geschäftlicher Einrichtungen, und hier wurden Entscheidungen
getroffen, die zum Teil bis heute Bestand haben die Einführung des festen
Ladenpreises für Bücher ist ein Beispiel dafür. |
|||
|
. |
|||
|
25. Juni 2002, 18.00 Uhr |
|||
|
Dr. Thomas Keiderling |
|||
|
Shakespeare in Leipzig? |
|||
|
Wer heutzutage ein englisches Buch lesen möchte,
schaltet einfach den Computer ein und bestellt via Internet. Nach wenigen Tagen kann
er oder sie das gewünschte Exemplar in den Händen halten. Wie aber sah eine
derartige Bestellung vor mehr als 100 Jahren aus? Wer in Deutschland las englische
Texte? Was wurde besonders gern gelesen? Welche Firmen dominierten das deutsch-englische
Geschäft? |
|||
|
29. Oktober 2002, 18.00 Uhr |
|||
|
Prof. Dr. Otto Seifert |
|||
|
Wider den undeutschen Geist" |
|||
|
In den ersten Jahren der NS-Herrschaft wurde der
international anerkannte und weltoffene Buchplatz Leipzig einschneidend verändert:
Aktionen wider den undeutschen Geist" für völkische Literatur,
Schwarze Listen, Schließungen, Verfolgungen dies waren die Strategien
beim Aufbau des totalitären Systems Mitte der 1930er Jahre. Betroffen war neben
der Wirtschaft im engeren Sinne vor allem das geistige Klima der Messestadt. |
|||
|
. |
|||
|
26. November 2002, 18.00 Uhr |
|||
|
Prof. Reimar Riese |
|||
|
Auferstanden aus Ruinen? |
|||
|
1945 lagen 80% des legendären graphischen Viertels in Trümmern. Der Neubeginn litt unter dem Exodus traditionsreicher Verlegerfamilien, die unter den Bedingungen der sozialistischen Kulturrevolution keine Wirkungsmöglichkeiten für sich sahen. Dennoch: Auferstanden, ja Neuerstanden aus Ruinen sind Verlage, Buchhandlungen, Buchdruckereien, Buchbindereien, ja selbst der Börsenverein am Leipziger Platz. Der Zukunft zugewandt aber waren aus heutiger Sicht vor allem die Bemühungen um Erhalt und Pflege der Buchkultur unter schwierigen wirtschaftlichen und kulturpolitischen Bedingungen. Dieses Pfund konnte die einstige Buchstadt in die nach 1990 wiedervereinigte Buchlandschaft in Deutschland einbringen. Endete damit nun endgültig ihre Geschichte? Was war, was blieb von der Buchstadt Leipzig? Und welcher Zukunft kann sie sich nun zuwenden? |
|||
|
28. Januar 2003, 18.00 Uhr |
|||
|
Dr. Siegfried Lokatis |
|||
|
Leipzig als Provinz. |
|||
|
Der Dirigent für das Buchstadt-Orchester
saß in Berlin: die Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel im Ministerium für
Kultur für Kultur. Die Zuständigkeit der HV" umfasste die gesamte
literarische Produktion der DDR, die Literaturpropaganda und Absatzsteuerung, die Organisation
von Import und Export sowie das Bibliothekswesen. |
|||