Geschichte der Buchstadt Leipzig


Eine Auswahlchronik


Die Anfänge

16. Jahrhundert

17. Jahrhundert

18. Jahrhundert

19. Jahrhundert

20. Jahrhundert


Anfänge

1466

Johannes Wetherhan wird als Buchbinder für die Universität Leipzig genannt.

1470

Leipzig wird als Fernhandelsort für Bücher genannt.

1476

Der Görlitzer Kramer Hans Brückner besucht ab 1476 regelmäßig die Leipziger Messen und tätigt nachweislich mit Keßler aus Basel und Sensenschmidt aus Nürnberg Buchgeschäfte.

1481

Am 28. September, einen Tag vor der Michaelismesse verlässt das erste datierte Leipziger Buch die Druckerpresse von Marcus Brandis - die „Glossa super Apocalipsim" des italienischen Dominikaners Johannes Annius.

Steffan Buchfurer (evtl. identisch mit Stephan Fischer) wird als Bücherhändler registiert.

Peter Drach aus Speyer lässt sich als erster auswärtiger Buchhändler ständig durch einen Beauftragten in Leipzig vertreten.

1483

Peter Drach lässt im Hause des Kaufmanns Hummelshain im Petersviertel eine Bücherkammer einrichten, die von Georg Reiner betreut wird.

1485

Konrad Kachelofen eröffnet die erste auf Dauer bestehende Druckerei in Leipzig.

1486

Capotius gründet eine Druckerei in Leipzig.

1488

Moritz Brand etabliert sich in Leipzig.

1489

Andreas Hindenumb aus Mittweider wird in Leipzig als Buchfüher registriert.

1492

Neue Druckereien: Martin Landsberg und Gregorius Böttger.

Albrecht Hofer wird Buchführer.

1493

Georg Reiner, zuvor Buchführer bei Drach, macht sich selbständig.

1494

Johann Schmidhofer wird als Buchführer in Leipzig ansässig.

1495

Kachelofen verlässt Leipzig wegen der Pest und siedelt nach Freiberg über.

Wolfgang Stöckel zeiht mit seiner Druckerei von Erfurt nach Leipzig.

1498

Jacob Thanner etabliert eine Druckerei in Leipzig, vorzüglich für Klassiker-Ausgaben (Ovid, Seneca, Aristoteles etc.).

1499

16. Jahrhundert

Schmidhofer versteuert 3.800 Gulden.

1500

Der aus Aue stammende Melchior Lotter wird Geschäftsnachfolger seines Schwiegervaters Kachelofen, gibt verstärkt philosophische und reformatorische Schriften heraus.

1511

Melchior Lotter führt Antiqua-Schrift in Leipzig ein.

1516

Valentin Schumann druckt das erste griechische Buch.

1517

Seit 1500 sind über 250 datierte Drucke in Lkeipzig erschienen.

1519

Landsberg druckt „Auslegung deutsch des Vatter unser fuer dye einseitigen leyen Doctoris Martini Lutheri"

1520

Stöckel druckt Schriften gegen Luther (u. a. Streitschrift des Franziskaners Alveld und Schriften von Emser).

1521

Die Druckerei Lotters stellt in diesem Jahr 32 Titel her.

1524

Stöckel verlässt Leipzig (geht als Hofbuchdrucker nach Dresden).

1525

Michael Blum wird wegen Druckes reformatorischer Schriften verhaftet.

1527

Der Nürnberger Buchführer Hans Herrgott wird wegen Verbreitung der von Blum gedruckten Schrift „Von der newen wandlung eynes Christlichen lebens" auf dem Leipziger Marktplatz enthauptet.

1536

Leipzig ist als Druckort in der Titelproduktion nach Venedig, Paris, Basel, Straßburg und Köln an sechster Stelle.

1539

Die Reformation wird in Sachsen eingeführt - Auftrieb für Buchbranche auch in Leipzig.

1540

Da es in Leipzig keine Säkularfeier zur Erfindung des Buchdrucks gibt, beteiligen sich einige hiesige Drucker an der Feier in Wittenberg.

1541

Valentin Bapst eröffnet Druckerei mit hervorragend gestalteten Klassikerausgaben.

1544

Gründung der Leipziger Buchbinderinnung mit 13 Meistern.

1545

Herzog Moritz untersagt den Verkauf calvinistischer Literatur.

1547

Belagerung Leipzigs während des Schmalkaldischen Krieges durch Kurfürst Johann Friedrich.

1549

Kursächsisches Mandat verbietet Schmähschriften gegen Standespersonen.

1567

Auf dem Marktplatz wird ein Buch („Nachtigall"), wegen seiner Schmähworte gegen das Gerichtswesesen öffentlich durch Henkershand verbrannt.

1569

Berufung der kursächsischen „Bücherkommission" zur Überwachung der Buchproduktion und -verbreitung (liberale Zensurpraxis).

1578

Ernst Vögelin, Schwiegersohn von Valentin Bapst, flüchtet vor Verfolgung wegen Religionsstreitigkeiten nach Heidelberg.

1594

Herausgabe des ersten Leipziger Meßkatalogs.duch Henning Groß.

1595

In Leipzig erscheinen im Jahre 1595 68 Titel (in Frankfurt 117).

Gründung der Leipziger Buchdruckerinnung.

1598

Abraham Lamberg gibt konkurrierenden Meßkatalog heraus (wird 1620 mit dem von Groß vereinigt).

17. Jahrhundert

1600

In Leipzig erscheinen erscheinen im Jahre 1600 125 Titel (in Frankfurt 148).

1606

„Konfirmirte Buchdruckerodnung" von Herzog Christian II. (u. a. Regelung der Arbeitszeit, Entlohnung und Ausbildung sowie Zensurbestimmungen).

1608

Hieronymus Hornschuh, Korrektor bei der Druckerei Lantzenberger, gibt „Orthotypographia" heraus (Regelwerk für Schriftsetzer und Korrektoren).

1632

In Leipzig erscheinen erscheinen im Jahre 1632 221 Titel (in Frankfurt 68).

1640

Feier zum 200jährigen Jubiläum der Erfindung des Buchdrucks, durchgeführt in der Wohnung des Leipziger Druckers Gregor Ritzsch, mit vier weiteren Druckerherren sowie 14 Gesellen.

1642

Leipzig letztmalig (zuvor 1631, 1632, 1633 und 1637) während des 30jährigen Krieges belagert.

1660

Timotheus Ritzsch gibt die ersten täglich erscheinenden „Neueinlaufenden Nachrichten von Kriegs- und Welthändeln" heraus.

Gründung der Dyckschen Buchhandlung.

1669

Petition Leipziger Buchhändler an die sächsische Regierung zur Bekämpfung des Nachdrucks.

1680

Gründung der Weidmannschen Buchhandlung.

1682

Im Verlag von Große und Gleditsch erscheint die „Acta eruditorium", das erste deutsche Gelehrtenorgan.

1690

„Münzkonferenz": An Stelle des zinnischen tritt der Leipziger Münzfuß.

1696

Versuch Leipziger Buchhändler zur Etablierung einer Buchhandlungsgesellschaft.

Kurfürstliche Mahnung an den Rat der Stadt Leipzig, „dass in den Druckereien ... bei Euch allerlei Mißbräuche eingerissen, der druck nicht fleißig corrigirt, .. auch ein großer Übelstand ist, wenn die gedruckten Scripta mit si vielerlei Erratis unter die Leute kommen, so ist es Uns etc. Unser Begehren, Ihr wollet mit ganzem ernst daran sein, damit der Unfleiß in den Druckereien abgeschafft, fleißig gelehrte Correctores gehalten werden."

18. Jahrhundert

1717

Der Begriff „Kommissionär" für einen Firmenvertreter in Leipzig läßt sich nachweisen.

1719

Gründung des späteren Großunternehmens Breitkopf & Härtel durch Bernhard Christoph Breitkopf, indem dieser durch Einheiratung die Müllersche Druckerei und Schriftgießerei übernahm.

1740

3. Säkularfeier zur Erfindung des Buchdrucks, mit Beteilung von 18 Druckern und 138 Gehilfen sowie zahlreichen Honoratioren der Stadt.

Lobgedicht aus Anlass dieser Feier von Friedrich Bonaventura Hoffmann:

Hier wird was ungemein zu nennen,

das Auge ganz bezaubern können;

Weil Schrift, Papier und Druck erweist,

Was Witz und Fleiß und Aufwand heißt.

Ach! Lebe noch in diesen Tagen,

Ein Stephanus und ein Froben!

Sie würden mit Erstaunen sagen:

Was Leipzig druckt, sey prächtig schön.

Die Buchproduktion der letzten Hundert Jahre (1641-1740) verweist auf 19.711 Titel.

Die Leipziger Messen werden in diesem Jahr von 107 auswärtigen Buchhändlern persönlich besucht.

1746

Philipp Erasmus Reich wird Geschäftsführer der Weidmannschen Buchhandlung (ab 1762 Teilhaber).

1754

Das 1731 begonnene, 68 Bände umfassende Universal-Lexikon von Johann Heinrich Zedler ist komplett.

1755

Breitkopf entwickelt den typographischen Notendruck.

1763

Gründung des Vereins Leipziger Buchhändler-Markthelfer.

1765

Auf Betreiben Philipp Erasmus Reichs, durch Unterschrift von 56 Buchhändlern in Quandts Hof am 10. Mai vollzogene Gründung der „Buchhandelsgesellschaft" zur Bekämpfung des Nachdrucks.

1768

In Leipzig firmieren 16 Buchhandlungen.

1773

Kursächsisches Mandat u. a. zur Bekämfpung des Nachdrucks.

1778

Es gibt in Leipzig 20 Kommissionäre (die größten: Heinsius, Hertel, Crusius).

1779

Breitkopf veröffentlicht seine Schrift: „Ueber den druck der geographischen Karten"

1780

Gründung der späteren Firma Johann Ambrosius Barth.

1784

Schleifung der Festungswerke.

1785

Etablierung einer Buchhandlung durch Georg Joachim Göschen.

1790

Johann Ambrosius Barth beginnt die Herausgabe des „Journals der Physik".

1791

Gründung der Hinrichsschen Buchhandlung.

1792

Paul Gotthelf Kummer mietet fünf Räume im Richterschen Kaffeehaus für Abrechnungsgeschäfte während der Ostemesse und schafft damit das erste „Börsenlokal" für den deutschen Buchhandel.

1793

Wilhelm Heinsius beginnt die Herausgabe seines „Allgemeinen Bücherlexicons".

1797

Johann Conrad Hinrichs veröffentlicht erstmals sein Bücherverzeichnis.

Carl Christian Horvath etabliert die buchhändlerische Messebörse im Paulinum der Universität Leipzig.

1798

Breitkopf & Härtel begründet die „Allgemeine Musikalische Zeitung".

1799

Die Kunsthandlung Pietro del Vecchio wird gegründet.

19. Jahrhundert

1802

Reformdebatte auf Anregung Horvaths.

Georg Joachim Göschen veröffentlicht seine programmatische Schrift: „Meine Gedanken über den Buchhandel und über dessen Mängel, meine wenigen Erfahrungen und meine unmaßgeblichen Vorschläge, dieselben zu verbessern".

1807

Gründung der Musikalienhandlung „Bureau de Musique" durch Friedrich Wilhelm Hofmeister.

Die Offizin des „Leipziger Tageblatts" wird gegründet.

1808

Zur Michaelismesse erwirbt F. A. Brockhaus die Rechte am „Conversations-Lexicon mit vorzüglicher Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeiten".

1811

Gründung der Firma B.[enedictus] G.[otthelf] Teubner.

1812

Angesichts der politischen Lage vermerkt der Leipziger Meßbericht: „Der Handel mit Büchern rückt seinem Untergange näher."

1813

4. Mai bis 19. Oktober: französische Besetzung der Stadt.

1814

Cotta aus Tübingen, Hartknoch aus Dresden und Bertuch aus Weimar erhalten von den 81 zur Jubilatemesse in Leipzig versammelten Buchhandlungen ein Verhandlungsmandat für den Wiener Kongress.

1816

Karl Christoph Tauchnitz nutzt die Stereotypie für seine Klassikerreihen.

1817

Übersiedlung Friedrich Arnold Brockhaus' nach Leipzig.

Der „Wahlausschuß" ( 25 Buchhändler) wird gegründet.

1818

Bei F. A. Brockhaus erscheint Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung".

1819

Die bei Karl Tauchnitz arbeitenden J. G. Schelter und C. Fr. Giesecke begründen eine Schriftgießerei.

1820

Die 5. Auflage des Konversations-Lexicons (10 Bände) ist komplett; es erscheint in einer Auflage von 32.000 Exemplaren.

1821

3. Mai: Friedrich Arnold Brockhaus erwirbt das Grundstück „Haus und Garten Nr. 1249 auf der Quergasse" in der Ostvorstadt und wird damit zu einem der Intitiatoren des späteren „Graphischen Viertels".

1824

Horvath kündigt an, die von ihm organisierte Börse künftig nicht weiterzuführen.

1825

30. April: Gründung des Börsenvereins der deutschen Buchhändler.

Friedrich Campe wird erster Vorsteher des Börsenvereins.

1826

F. A. Brockhaus stellt die erste Schnellpresse Leipzigs auf.

1828

Gründung des „Literarischen Museums" durch Anton Philipp Reclam.

Carl Duncker wird Vorsteher des Börsenvereins.

1829

23. Mai: Gründung des Vereins der deutschen Musikalienhändler.

1831

Wilhelm Ambrosius Barth wird Vorsteher des Börsenvereins.

Nacht vom 4. zum 5. September: Brockhaus muß eine Revolte seiner Buchdruckergesellen beschwichtigen, indem er sich bereiterklärt, vorläufig auf die Anschaffung weiterer Schnellpressen zu verzichten.

1833

25. Februar: Gründung des Leipziger Buchhändlervereins.

Th. Chr. Friedrich Enslin wird Vorsteher des Börsenvereins.

5. Oktober: Gründung des Leipziger Buchhandlungsgehilfenvereins.

1834

1. Januar: Anschluss Sachsens an den Deutschen Zollverein.

Begründung des Börsenblatts für den deutschen Buchhandel (es erscheint zunächst einmal pro Woche).

1. Mai: Gründung der Firma Julius Klinkhardt.

1. August: Gründung des Verlags von J. J. Weber (u. a. „Illustrirte Zeitung").

1836

Fertigstellung des buchhändlerischen Börsengebäudes in der Ritterstraße (Architekt: Albert Geutebrück).

1837

Das Börsenblatt erscheint nun zweimal pro Woche.

Bei F. A. Brockhaus erscheint die erste Nummer der „Leipziger Allgemeinen Zeitung" (ab 1843 „Deutsche Allgemeine Zeitung")

5. März: Der Markthelfer Bierögl verübt überfällt den Buchhändler Carl Gottlob Schmidt.

1838

J. C. B. Mohr wird Vorsteher des Börsenvereins.

1839

Otto August Schulz gibt den ersten Jahrgang seines Adreßbuchs für den deutschen Buchhandel heraus.

1840

4. Säkularfeier des Buchdrucks als große, z. T. öffentliche Veranstaltung.

Friedrich Joh. Frommann wird Vorsteher des Börsenvereins.

In Leipzig bestehen 24 Buchdruckereien mit 232 Handpressen, 11 Schnellpressen, in denen 672 Gehilfen arbeiten, 7 Schriftgießereien mit 62 Gehilfen, 108 Buchhandlungen mit 121 Gehilfen.

1841

Petition des Börsenvereins an die sächsische Regierung für einheitliche Nachdruckgesetzgebung in deutschen Staaten.

Der Tauchnitz-Verlag beginnt seine „Collection of British and American Authors" (bis 1904 ca. 3.800 Bände).

1842

Gründung der „Bestellanstalt für Zettel, Circulare, Couverts und sonstige buchhändlerische Papiere" zur Erleichterung der Bücherauslieferung über Leipzig.

Denkschrift des Börsenvereins über Zensur und Pressefreiheit in Deutschland.1843 H. Erhard wird Vorsteher des Börsenvereins.

Begründung der „Illustrirten Zeitung" durch J. J. Weber.

1844

19. März: Ein Anonymus veröffentlicht im Börsenblatt einen Aufruf an die Leipziger Buchhändler, mit ihrem Rabattunwesen aufzuhören.

1. Mai: Das Sächsische Preßgesetz (u. a. Aufhebung der Vorzensur bei Büchern über 20 Bogen) tritt in Kraft.

Nach einem Antrag von Heinrich Brockhaus Beginn des Aufstellens von Bildnissen verstorbener Buchhändler in der Buchhändlerbörse).

1845

Bei Otto Wigand erscheint „Die Lage der arbeitenden Klasse in England" von Friedrich Engels.

Georg Wigand gibt sein erfolgreichstes Buch heraus, das „Deutsche Märchenbuch" von Ludwig Bechstein.

1846

Bei Anton Philipp Reclam erscheint Thomas Paines „Das Zeitalter der Vernunft", wofür Reclam wegen Verunglimpfung des Christentums vor Gericht gestellt wird.

23. April: Heinrich Sperling gründet die gleichnamige spätere Großbuchbinderei.

Friedrich Joh. Frommann wird Vorsteher des Börsenvereins.

Memorandum der Leipziger Kommissionäre (mit Erläuterungen über den Geschäftsgang für die Kommittenten).

Gründung der Graphischen Anstalt C. G. Röder.

1847

Gründung des späteren graphischen Großbetriebs von Otto Spamer.

1848

1. Mai: Der Buchdrucker Oskar Skrobek begründet die proletarische „Leipziger Arbeiterzeitung".

Gründung einer proletarischen Vereinsdruckerei durch den Buchdrucker Moritz Kretzschmar und den Schriftsetzer Karl Gangloff. Herausgegeben wird u. a. die Zeitschrift „Verbrüderung".

1849

Ruthardt wird Vorsteher des Börsenvereins.

1850

Ein im Jahr zuvor von Friedrich Fleischer unterbreiteter Vorschlag zur Errichtung einer buchhändlerischen Paket-Bestesllanstalt findet keine Umsetzung.

G. Reimer wird Vorsteher des Börsenvereins.

1852

Alphons Devrient und Hermann Giesecke gründen die Firma Giesecke & Devrient.

Gründung eines „Barsortiments" durch L. Zander.

Karl Gangloff, Mitherausgeber der proletarischen Zeitschrift „Verbrüderung" wird zu 4 Jahren Arbeitshaus und 3 Monaten Gefängnis verurteilt.

R. Besser wird Vorsteher des Börsenvereins.

1853

4. Januar: Eröffnung der Buchhändler-Lehranstalt.

9. Juni: Gründung des Leipziger Verlegervereins.

Gründung des Verlages S.[alomon] Hirzel (u. a. Deutsches Wörterbuch von Grimm).

Ernst Keil „Gartenlaube" erscheint erstmals (Auflagenhöhe: 5.000)

Otto Wigands Vorschlag, die Buchhändlermesse in eine öffentliche Ausstellermesse umzuwandeln, findet keine Umsetzung.

1855

Einrichtung eines Archivarpostens beim Börsenverein.

Denkschrift des Börsenvereins über den internationalen Rechtsschutz gegen Nachdruck zwischen Deutschland, Frankreich und England.

Eduard Wengler gibt ein „Erklärendes Fremdwörterbuch für Buchhändler" heraus.

Moritz Veit wird Vorsteher des Börsenvereins.

Gründung des graphischen Maschinenbau-Betriebes Karl Krause.

1861

Friedrich Volckmar übernimmt das Barsortiment von Zander.

Fr. J. Frommann wird Vorsteher des Börsenvereins.

1862

Einführung der Gewerbefreiheit in Sachsen.

7. Mai:

Petition des Leipziger Buchhändlervereins an die sächsische Regierung mit der Bitte um Freigabe der urheberrechtlichen Schutzfrist zum Jahre 1867.

1863

C. G. Röder setzt erste Steindruckpresse für Notendruck ein.

Erstmals erscheint die Fachzeitschrift „Archiv für Buchdruckerkunst und verwandte Geschäftszweige"

1864

Carl Hoffmann wird Vorsteher des Börsenvereins.

1865

Der Barverkehr umfaßt ca. 35% aller buchhändlerischen Geschäftsabschlüsse.

März bis Juni: Buchdruckerstreik - beginnend in der Druckerei von Breitkopf & Härtel neunwöchiger Streikkampf von insgesamt 800 Mitarbeitern für höhere Löhne.

1866

20.-22. Mai: Gründung des Verbandes Deutscher Buchdrucker im Leipziger Schützenhaus anlässlich des ersten deutschen Druckertages mit 34 Delegierten.

Als erster buchbinderischer Betrieb in Leipzig setzt die Firma H. Sperling Dampfkraft ein.

1867

Begründung der „Universal-Bibliothek" deutscher Klassiker durch Anton Philipp Reclam. Nr. 1: Goehes Faust.

Die bislang sporadisch veranstalteten „Kantate-Festessen" während der Jubilate-Messe werden institutionalisert

Julius Springer wird Vorsteher des Börsenvereins.

Januar: Das Börsenblatt erscheint nun täglich (Montag bis Sonnabend).

1869

Der erste Katalog der Börsenvereinsbibliothek erscheint (fast 2.000 Titel).

März: Gründung des Internationalen Buchbindervereins. Erster Präsident: Ernst Werner.

Eröffnung der Deutschen Buchdrucker-Lehranstalt.

1871

Leipzig hat 49 Druckereien mit 1.100 Gehilfen und 400 Lehrlingen.

1872

13. Oktober: Gründung des Allgemeinen deutschen Buchhandlungsgehilfen-Verbandes.

A. Enslin wird Vorsteher des Börsenvereins.

1873

Januar: 14tägiger Buchdruckerstreik von ca. 400 Gehilfen in 31 Druckereien.

1874

Übersiedlung des Bibliographischen Instituts von Josef Meyer nach Leipzig.

1875

Die Auflagenhöhe von Keils Gartenlaube erreicht mit 382.000 ihren Höchststand.

1876

Gründung der Historischen Kommission des Börsenvereins.

1877

Der Jahresumsatz des Buchhandels über Leipzig beträgt in diesem ca. 30 Millionen Reichsmark (Schätzung nach Lorck), das Gewicht des Büchergutes reichlich 9 Millionen Kg, von der Post wird davon etwa 1 Millionen Kg transportiert.

1878

Die Zahl der in Leipzig durch Kommissionäre vertretenen Buchhandlungen beträgt im Jahre 1878 5130 Firmen, von denen sich 1231 nur mit dem Verlag, 3216 nur mit Sortiment beschäftigen.

Das Gesamtverzeichnis von Breitkopf & Härtel umfasst über 15.000 Musikwerke.

Der erste Band des vom Börsenverein herausgegebenen „Archivs für Geschichte des Buchwesens" erscheint.

1879

9. Mai: Gründung des Verbandes der Provinzial- und Lokalvereine im Deutschen Buchhandel.

Die Buchdruckerei von F. A. Brockhaus beschäftigt 260 Personen (bei F. A. Brockhaus insgesamt: 582 Mitarbeiter); die Firma hat 25 Schnellpressen, die ca. 39 Millionen Drucke pro Jahr fertigen.

Die sieben größten Antiquariate der Stadt sind: F. A. Brockhaus, Otto Harrassowitz, Hermann Hartung, Kirchhoff & Wigand, K. F. Köehler, List & Francke, Simmel & Co. sowie T. O. Weigel.

In Leipzig arbeiten ca. 10.000 Menschen für das Buchgewerbe.

1880

3. Februar: „Erklärung der Leipziger Kommissionäre" zur Bekämpfung der Schleuderei.

1882

Adolf Kröner wird Vorsteher des Börsenvereins.

1884

23. Januar: Gründung des Vereins der Leipziger Kommissionäre.

29. Februar: Gründung des Leipziger Sortimentervereins.

29. Oktober: Gründung des Deutschen Buchgewerbevereins in Leipzig.

Die Firma Gebrüder Brehmer führt seine Konstruktion einer Fadenbuchheftmaschine vor.

Adolf Kröner kauft die Rechte an der „Gartenlaube".

Gründung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums.

1886

Gründung des Vereins der Leipziger Buchdruckereibesitzer.

Gründung des Verlags Georg Thieme.

1888

Am 29. April in Anwesenheit des sächsischen Königs Einweihung des Deutschen Buchhändlerhauses an der Hospitalstraße/Gerichtsweg (nach Plänen von Heinrich Kayer und Karl von Großheim).

Annahme neuer Statuten des Börsenvereins mit buchhändlerischer Verkehrsordnung: Nach dem Vereinsvorsitzenden „Krönersche Reformen" genannte Usancenfixierung (u. a. Einführung des festen Ladenpreises).

Leipzig hat 103 Druckereien mit 2.138 Gehilfen und 504 Lehrlingen.

1889

Gründung des Verbandes der weiblichen Handels- und Büroangestellten (Sitz Berlin, Fachgruppe Buchhandel: Sitz Leipzig).

1890

Fertigstellung des Deutschen Buchgewerbehauses (nach Plänen von Emil Hagberg).

27. Oktober: Gründung des Vereins Leipziger Sortiments- und Antiquariatsbuchhändler.

1892

Die Tageszeitung „Leipziger Neueste Nachrichten" (LNN) beginnt ihr Erscheinen.

1894

Gründung der Deutschen Zentralbücherei für Blinde mit Spezialverlag.

Gründung der „Leipziger Volkszeitung" (LVZ)

1896

Eugen Diederichs gründet Verlag (einer der sog. „Kulturverlage").

1892

Der Verein der Leipziger Kommissionäre beginnt mit der regelmäßigen Herausgabe von Geschäftserläuterungen: „Der buchhändlerische Verkehr über Leipzig".

1893

J. C. Hinrichs beginnt die Herausgabe des „Wöchentlichen Verzeichnisses der erschienenen und vorbereiteten Neuigkeiten des deutschen Buchhandels".

1894

Gründung des Paul List Verlages.

Die Leipziger Buchbinderinnung hat 118 Mitglieder, 960 Gehilfen, 311 Lehrlinge, 750 Arbeiterinnen und 80 Hilfsarbeiter.

1897

Verabschiedung einer „Restbuchhandelsordnung", die den Verkauf von Werken regelt, deren fester Ladenpreis aufgehoben wurde.

1898

Oscar Brandstetter stellt erste Rotationspresse für den Illustrationsdruck in Leipzig auf.

25. November: Gründung der Geselligen Vereinigung Leipziger Buchhändler.

1899

Gründung des Inselverlages.

17. Oktober: Gründung des Deutschen Musikalien-Verlerger-Vereins.

20. Jahrhundert

1900

Es gibt 2.200 Firmen im Leipziger Buchgewerbe, darunter 848 Verlage u. Sortimentsbuchhandlungen, 113 Musikalienhandlungen, 44 Antiquariate, 201 Buchbindereien, 189 Druckereien.

Dezember: Lenin beteiligt sich bei der Vorbereitung der ersten „Iskra"-Ausgaben, die in Leipzig-Probstheida, bei Hermann Rau, gedruckt werden.

1903

„Bücher-Streit" um die Einhaltung des festen Ladenpreises.

1904

Gründung des Leipziger Bibliophilenabends.

Die erste Nummer der „Typogrphischen Mittheilungen" erscheint.

1905

Der Insel-Verlag übersiedelt nach Leipzig.

16. April: Gründung des vereins Deutscher Banhofsbuchhändler.

F. A. Brockhaus begeht sein 100. Firmenjubiläum als großes Betriebsfest.

8. Dezember: Gründung des Verbandes der Kommissions- und Grossbuchhändler.

1909

Der Börsenvereinsbibliothek wird das für handschriftliche Materialien Deutsche Buchhandelsarchiv angegliedert.

Gründung der Krankenkasse Deutscher Buchhandlungsgehilfen.

1910

Oscar Brandstetter nimmt die erste Zweifarben-Offsettmaschine in Deutschland in Betrieb.

Der Jahresumsatz von Koehler & Volckmar beträgt ca. 40 Millionen Goldmark.

1912

In Leipzig firmieren 300 Druckereien und Setzereien, 982 Verlage und Sortimentsbuchhandlungen, 173 Buchbindereien, 298 Graphische Anstalten, 36 Maschinenbaufirmen für die Druckindustrie.

1913

Leipzigs Verlage verweisen in diesem Jahr auf 5.725 Neuerscheinungen.

Die Börsenvereinsbibliothek umfasst ca. 35.000 Titel.

Kurt Wolff begründet den gleichnamigen Verlag durch Übernahme des Ernst-Rowohlt-Verlages, in dem er seit 1908 tätig war.

1914

Erste „Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik" (Bugra), mit 2,3 Millionen Besuchern.

1. April: Die Mitgliederzahl des Börsenvereins beträgt 3.613.

1916

Etablierung der Paketaustauschstelle im Buchhändlerhaus.

19. Mai: Gründung der Deutschen Büchergilde.

Der Börsenverein übernimmt die Bearbeitung der deutschen Nationalbibliographie.

1917

15. Dezember: Gründung des Deutschen Vereins für Buchwesen und Schrifttum.

1918

Fusion der größten Leipziger Kommissionsbuchhandlungen zu Koehler & Volckmar.

Der Börsenverein beschließt eine Notstandsordnung, die einen Teuerungszuschlag von 10% auf den Ladenpreis ermöglicht.

September: Gründung des Vereins der Deutschen Antiquariats- und Exportbuchhändler e. V.

1919

Herbst: Etablierung einer „Bugra-Buchhändlermesse" (durchgeführt bis 1926).

April bis Mai: Bei Vogel & Vogel in der Oststr. wird illegal die KPD-Zeitung „Rote Fahne" gedruckt.

1. September: Begründung der sozialdemokratischen Zeitung „Graphischer Block".

1920

Der vom Börsenverein bewilligte Teuerungszuschlag wird auf 20% zum Ladenpreis erhöht.

1921

Erstmalig „Maschinenmesse" des Buchgewerbevereins.

1922

Im Verlag des Börsenvereins erscheint das „Lehrbuch des Deutschen Buchhandels" von Max Paschke und Philipp Rath.

1923

Gründung der Vereinigung „Meister der Einbandkunst" (MDE).

Ein Reclam-Band der Universalbibliothek, dessen Preis 1917 noch 20 Pfennig betrug, kostet nun aufgrund der Inflation 330 Milliarden Papiermark.

19. Dezember: In Leipzigs Druckereien wird die Wochenarbeitszeit auf 54 Stunden verlängert, zur Durchsetzung dieser Festlegung werden 4.000 Arbeiter ausgesperrt.

1925

Gründung des Lehrstuhls für Buchhandelsbetriebslehre an der Leipziger Handelshochschule (Gerhard Menz).

6. Juli: 6stündiger Lohnstreik bei Schelter & Giesecke.

Beim Leipziger Hammer-Verlag erscheint „Der deutsche Buchhandel und das Judentum".

Im Verlag des Börsenvereins erscheint das „Adressbuch des ausländischen Buchhandels".

1926

18. Dezember: Gründung der Oberprüfstelle Leipzig für Schmutz- und Schundschriften.

1927

1. Internationale Buchkunst-Ausstellung in Leipzig (IBA).

Der Börsenverein richtet einen „Werbeausschuß" ein.

Im Verlag des Börsenvereins erscheint erstmals das „Adressbuch der ausländischen Zeitschriften und Zeitungen".

1928

4. Mai: Gründung des vereins Deutscher Lehrmittel-Verleger und -Fabrikanten.

1929

Gründung der „Meisterschule für das Graphische Gewerbe".

12. Juni: Gründung der Deutschen Buchkunststiftung.

1931

16.-23. Februar: Lohnstreik in der Zeitschriftendruckerei Vobach.

1933

Der Vorsteher des Börsenvereins, Friedrich Oldenbourg, bittet den Reichsinnen- und den Reichswirtschaftsminister, den deutschen Buchhandel „bei der kulturellen Aufbauarbeit, die von der jetzigen reichsregierung ins Auge gefaßt ist", „nicht zu vergessen".

14. März: Gerhard Menz veröffentlicht im Börsenblatt einen Kommentar zu den Reichstagswahlen, indem er sich von deren Ergebnis er sich eine Stablisierung des Buchwesens erhofft.

12. April: Der Vorstand des Börsenvereins (Fr. Oldenbourg, H. Boysen, H. von Hase, P. Nitzschmann, F. Alt, H. Hoffmann, A. Diederich u. E. Reinhard) beschließt ein 10-Punkte-Sofortprogramm, das u. a. strenge Reglementierungen der Geschäftspraxis und Klärung der „Judenfrage" unter der „Führung der Reichsregierung" vorsieht.

Zum Kantate-Festessen wird den Mitgliedern des Börsenvereins ein Textzettel zum Mitsingen des Horst-Wessel-Liedes ausgelegt.

Die Hauptversammlung des Börsenvereins im Leipziger Buchhändlerhaus verabschiedet eine Grußadresse an Adolf Hitler, in der es u. a. heißt: „Rückhaltlos stellt sich der deutsche Buchhändler in den Dienst der großen Aufgabe, die ihm bei der Erneuerung der Nation zufällt."

16. Mai: das Börsenblatt veröffentlicht „Schwarze Liste" mit ca. 130 Autoren, von deren Publikationen die deutsche Kultur „gesäubert" werden müsse.

15. Juni: Hellmut Langenbucher löst Gerhard Menz als Hauptschriftleiter des Börsenblattes ab.

15. November: Auf der Grundlage des Reichskulturkammergesetzes vom 22. September 1933 wird der Börsenverein in die Reichsschrifttumskammer (RSK) eingegliedert.

Dezember: Gründung von geheimen „Parteizellen" der KPD bei Brandstetter, Vobach und Haag-Drugulin, die illegale Flugblätter, Plakate und Zeitungen herstellen und vertreiben.

Insgesamt werden 1933 in Leipzig 60.000 Bücher, 85.000 Zeitschriften, 250.00 Bücher, 1.600 Bilder, 500 fotographische Platten und 2 Filme beschlagnahmt.

1934

Mai: Friedrich Oldenbourg wird auf Betreiben der RSK als Vorsteher des Börsenvereins abgesetzt, Nachfolger wird Wilhelm Baur.

13. Juli: Das Börsenblatt veröffentlicht Beschluss der RSK zur Etablierung eines „Bundes Reichsdeutscher Buchhändler e. V." mit Sitz in Leipzig.

19. Oktober: Der Börsenverein wir aus der RSK ausgegliedert und durch den Bund reichsdeutscher Buchhändler ersetzt.

1935

Ausschlüsse jüdischer Buchhändler aus dem Börsenverein.

1936

24. Oktober: Der Bund reichsdeutscher Buchhändler beschließt seine Auflösung; dessen Mitglieder gehören damit der „Gruppe Buchhandel" in der RSK an.

1937

30. Juli: Jüdischer Buchhandel ist nur noch mit Sondergenehmigung möglich.

1938

Die „Reichskristallnacht" erfasst auch jüdische Sortimentsbuchhandlungen in Leipzig.

Gesamtindizierung der Produktion von Emigrantenverlagen.

1939

Karl Thulke, Leiter der RSK-Dienststelle in Leipzig und Albert Hess, Geschäftsführer des Börsenvereins laden zu einer „Schulungswoche der Reichsschrifttumskammer" über Aufgaben der Verlagsvertreter im Dritten Reich ein.

1940

5. Säkularfeier des Buchdrucks mit nationalsozialistischer Propaganda.

1941

Gründungssperre für neue Verlage.

1943

Leipzigs Graphisches Viertel wird durch den Bombenkrieg zu etwa 80% zerstört (schwerster Angriff in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1943).

Zerstörungsgrad einzelner Firmen:

F. A. Brockhaus: 92%

O. Brandtstetter: 75%

Spamer A. G.: 98%

Haage-Drugulin: 60%

Bibliographisches Institut: 80%

Giesecke & Devirent: 85%

H. Sperling: 30%

Reclam: 40%

J. J. Weber: 50%

B. G. Teubner: 97%1945 April-Juni: Amerikanische Besatzung.

1. Mai: Im Gerichtsweg 26, dem nichtzerstörten Rest des Buchhändlerhauses, findet eine erste Besprechung des amerikanischen Kulturoffiziers Haimoff mit Vertretern des Leipziger Buchhandels statt.

Mai/Juni: Planungen der amerikanischen Besatzungsmacht für eine Verlegung wichtiger buchhändlerischer Firmen und Institutionen von Leipzig nach Wiesbaden und Frankfurt a. M. (Leitung der Aktion: Major Douglas Waples).

12. Juni: Konvoi mit führenden Verlegsfirmen, die Leipzig Richtung Westen verlassen: Brockhaus, Thieme, Dieterich, Insel; Breitkopf & Härtel reisen am 19. Juni nach.

20. Juni: Erlass der amerikanischen Militärbehörde, wonach das „Drucken, Erzeugen, Veröffentlichen, Vertreiben, Verkaufen oder gewerbliche Verleihen von Zeitungen, Magazinen, Zeitschriften, Büchern, Broschüren oder sonstigen gedruckten oder (mechanisch) vervielfältigten Veröffentlichungen" verboten ist.

2./3. Juli: Einmarsch der sowjetischen Armee.

9. Juli: Der seit dem 14. Juni 1945 bestehende „Antifaschistische Block Leipzig" (u. a. Fritz Selbmann, Erich Zeigner, Heinrich Becker) trift sich mit Vertretern des Börsenvereins zur Beratung, wie Leipzigs Führungsposition im Buchwesens erhalten werden könne.

Juli: Gründung der IG Graphisches Gewerbe.

26. Juli: Gespräch des Vertreters der SMAD, Prof. Solotuchin, mit Oberbürgermeister Erich Zeigner, Heinrich Uhlendahl (Direktor der deutschen Bücherei) und Heinrich Becker (später Vorsteher des Leipziger Börsenvereins) zur Wiederaufnahme der buchgewerblichen Produktion.

15. August: Gründung der Buchhandlung Franz-Mehring-Haus.

15. September: Auch für Leipzig geltender Befehl Marschall Shukows zur unverzüglichen Abgabe jeglichen nationalsozialistischen Schrifttums durch Bibliotheken, Verlage und Sortimentsbuchhandlungen.

22. September: Wertvolle Bücherbestände der Deutschen Bücherei und des Deutschen Buch- und Schriftmuseums werden von einem sowjetischen Militätkommando abtransportiert.

27. September: Gründung der Fachgruppe Buchhandelsangestellte (Forderungen u. a.: Wiederbelebung des Buchgewerbes in Leipzig)

12. Oktober: Gründung des Verlages Volk und Wissen in Berlin und Leipzig als zentraler Schulbuchverlag.

1946

Mai: „Leipziger Friedensmesse" mit Beteiligung der Buchbranche.

3. Juni: Der „Kulturelle Beirat" nimmt beim SMAD als oberste Kontrollbehörde für Verlage in der SBZ die Tätigkeit auf.

14. Juni: Gründung des LKG (Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel) als monopolisierter Zwischenbuchhandel der SBZ, später DDR.

Juni: Enteignungswelle privater Unternehmen des Buchgewerbes: u. a. Bibliographisches Institut, Leipziger Verlagsdruckerei, Offizin Haag-Drugulin, Spamer.

1. Juli: Gründung des Verlages für die Frau.

6. August: Wiederaufnahme der Tätigkeit des Börsenvereins, erster Vorsteher wird Ernst Reclam.

25. August: Die erste Nachkriegsnummer des Leipziger Börsenblattes erscheint.

Herbst: Buchmesse im Hansahaus.

Oktober: Die IG Graphisches Gewerbe und die Abteilung Graphisches gewerbe beim Nachrichtenamt Leipzig geben die Fachzeitschrift „Das Buchgewerbe" heraus.

23. Oktober: Annahme neuer Satzungen für den Börsenverein.

Gründung des Pro Musica Verlages.

1947

4.-9. März: Erste Nachkriegs-Bugra (80 Aussteller, 36 davon aus Leipzig) innerhalb der Leipziger Frühjahrsmesse: in Halle II auf dem Gelände der Technischen Messe.

April: „Richtlinie für die Neuzulassung, Führung und Übernahme buchhändlerischer Betriebe" in der SBZ (u. a. „Entnazifizierung").

Gründung des Instituts für graphische Technik (IGT).

Buchproduktion in Leipzig zu ca. 90% durch sowjetische Aufträge (vorw. Reparationsleistungen).

1948

2. April: Heinrich Becker wird nach dem Rücktritt Ernst Reclams Vorsteher des Börsenvereins.

Seit 1945 haben 37 Verlage in Leipzig eine Lizenz erhalten.

1949

12. Januar: Gründung des VEB Fachbuchverlages.

16. Juni: Auflösung des Deutschen Buchgewerbevereins.

Juli: Gründung der Auftragszentrale für die graphische Industrie (AZ) zur Organisation und Überwachung der Reparationsaufträge.

Das LKG vertritt 39 Verlage und 381 Sortimentsbuchhandlungen.

21. Oktober: Gründung des „Buchhaus Leipzig" als zentrale Versandbuchhandlung der DDR.

In Leipzig arbeiten wieder 120 Druckereien und 130 Buchbindereien.

1950

Angliederung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums an die Deutsche Bücherei.

9. März: Festakt zum 125jährigen Bestehen des Börsenvereins in der Deutschen Bücherei; Ansprache von Heinrich Becker: „Bekenntnis zu den lebendigen demokratischen Kräften unserer Zeit"

1951

März: Wieland Herzfelde spricht bei einer Veranstaltung des Börsenvereins über „Das Buch im Friedenskampf"

Oktober: Gründung des St. Benno-Verlages für die Herausgabe katholischen Schrittums.

11. Oktober: Abschluss eines „Normalvertrages für schöngeistiges und verwandtes Schrifttum" zwischen dem Deutschen Schriftstellerverband, dem Börsenverein und der Berliner Verleger- und Buchhändler-Vereinigung.

1952

10./11. Mai: 1. Buchhändlertagung der DDR in Leipzig, veranstaltet vom Amt für Literatur und Verlagswesen und vom Börsenverein zum Thema: „das richtige Buch zur richtigen Zeit in die richtigen Hände!"

1. September: Bildung einer Hauptabteilung Volksbuchhandel im LKG.

17.-19. Oktober: 2. Verlegerkonferenz in Leipzig; erstmals Verleihung der Preise „Schönste Bücher der DDR" (organisiert vom Börsenverein).

Die „Meisterschule für das graphische Gewerbe" erhält den Namen „Otto Grotowohl".

1953

April: Bildung einer Hauptabteilung Schulbuchvertrieb im LKG.

1. November: Gründung der Buch-Export und -Import GmbH (später Außenhandelsbertireb „Buchexport").

20.-22. November: 3. Verlegerkonferenz in Leipzig; Rede von Johannes R. Becher.

Gründung des VEB Verlag für Buch- und Bibliothekswesen.

1954

1. Januar: Gründung des Deutschen Verlages für Musik.

1. Januar: Bildung der Zentralen Verwaltung des Volksbuchhandels in Leipzig.

2. Dezember: Konstitutierung des Verlegerausschusses im Börsenverein; erster Vorsitz: Ludolf Koven.

Die Offizin Haag-Drugulin wird in „Andersen-Nexö" umbenannt.

1955

16.-22. Oktober: Der Börsenverein organisiert zentrale Buch-Lotterie im Rahmen der Woche des Buches.

Prof. Albert Kapr gründet das Institut für Buchgestaltung in der Hochschule für Graphik und Buchkunst.1956 28. Juni: Die HV (Hauptverwaltung) Verlagswesen im Ministerium für Kultur der DDR wird oberste Kontrollbehörde auch für das Leipziger Buchgewerbe (erster Leiter: Karl Böhm), das bisherige Amt für Literatur und Verlagswesen wird aufgelöst. 1. Juli: Gründung des VEB Verlag Enzyklopädie.

1957

7.-16. April: Konferenz des Verlagswesens sozialistischer Länder in Leipzig; Teilnehmer aus 13 Staaten.

13. September: Gründung der Fachhochschule für Buchhandel.

November: Einführung der vom Börsenverein erarbeiteten „Einheitlichen Systematik" (ES) als Arbeitsmittel für Werbung und Sortimentgestaltung im Buchhandel.

1958

1. Juli: Veränderung in der zentralen, auch für Leipzig zuständigen Leitung des Verlagswesens in der DDR: Für die politisch-ideologische und kulturpolitische Leitung wird im Ministerium für Kultur die Abteilung Literatur und Buchwesen gebildet (Leiter: Siegfried Seidel, ab 1960 Bruno Haid); doe ökonomische Leitung erfolgt durch eine VVB Verlage (Direktor Kurt Schmidt).

1959

Ansprache von Staatssekretär Erich Wendt während der Hauptversammlung des Börsenvereins in Leipzig zu den Aufgaben des Buchwesens im Siebenjahrplan 1959-1965.

Gründung des VEB Zentralantiquariats.

Die 1873 gegründete Druckerei H. F. Jütte wird Wirtschaftsbetrieb der CDU.

1960

1. Januar: Gründung des Verlages Edition Leipzig.

1961

Februar: Konferenz europäischer sozialistischer Länder zur verstärkten Zusammenarbeit bei der Herausgabe populärwissenschaftlicher Literatur.

April: Lektorenkonferenz zu Fragen der Aneignung und Pflege des kulturellen Erbes in Leipzig.

10. März: Klaus Gysi wird Vorsteher des Börsenvereins.

1962

19. Juni: Neubildung der Historischen Kommission des Börsenvereins.

September: Der 43. und damit letzte Band des 1907 begonnenden „Allgemeinen Lexikons der bildenden Künste von der Antike bis zur Gegenwart" („Thieme-Becker") wird fertig.

1963

1. Januar: Etablierung der Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel im Kulturministerium der DDR; erster Leiter: Bruno Haid. Die bisherige Abteilung Literatur und Buchwesen sowie die VVB Verlage werden aufgelöst.

1.-8. September: Leipziger Buchmesse erstmals im Messehaus am Markt (5300 m2 Ausstellungsfläche).

1964

Bildung der Abteilung Buchmarktforschung im LKG.

1965

Der 1. Band der „Beiträge zur Geschichte des Buchwesens" erscheint, hrsg. im Auftrag der Historischen Kommission des Börsenvereins.

1966

26. Januar: Heinz Köhler wird Vorsteher des Börsenvereins.

Gründung des Kombinates Graphischer Großbetrieb Interdruck als Musterbetrieb sozialistischer Planwirtschaft (Zusammenschluss des VEB Graphische Werkstätten und des Druckhauses Einheit).

1968

2./3. Februar: Gutenberg-Ehrung anlässlich des 500. Todestages von Johann Gutenberg, Festansprache von Max Steenbeck.

25. Juni: Gründung des Instituts für Verlagswesen und Buchhandel an der Universität Leipzig.

1969

September: Woche des Buches im Zeichen des 20. Jahrestages der DDR; Festansprache von Kurt Hager im Leipziger Opernhaus.

Gründung des VEB Druckformenherstellungszentrum.

1970

Oktober: Beginn der Herausgabe des Pressedienstes DDR-BUCH durch den Börsenverein.

Das Kollektiv des Deutschen Buch- und Schriftmuseums erhält den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig.

Dem Grafischen Großbetrieb Interdruck wird die Leipziger großbuchbinderei zugeordnet.

1971

29. Juli: Siegfried Hoffmann wird Vorsteher des Börsenvereins.

Gründung des VEB Kombinat Polygraph „Werner Lamberz" mit insgesamt 15.000 Werktätigen (Stammbetrieb: das ehem. Maschinenbauwerk Krause).

1972

Dezember: „Tage der jungen Literatur", organisiert vom Schriftstellerverband der DDR und der FDJ in Leipzig.

Angliederung des VEB Druckformenherstellungszentrum an den Grafischen Großbetrieb Interdruck als Betriebsteil Lichtsatz.

1973

1. März: Klaus Höpcke wird Leiter der HV Verlage und Buchhandel.

März: Buchmesse erstmals nach dem II. Weltkrieg nur im Frühjahr.

1975

Januar: Das LKG führt elektronische Datenverarbeitung ein.

23. April: Der Börsenverein erhält den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig.

1980

Der LVZ-Druckerei „Hermann Duncker" werden die Verlagsdruckerei Typodruck Schaubek, Messedruck und die Volksdruckerei Altenburg angeschlossen.

1981

Anzahl der Sortimentsbuchhandlungen in Leipzig: 57 (darunter 30 private), Anzahl der Verlage: 39.

1983

30. November: Jürgen Gruner wird Vorsteher des Börsenvereins.

1985

Der Börsenverein in Leipzig hat ca. 1.300 Mitgliedsfirmen mit ca. 12.000 Mitarbeiter.

1990

Januar: Gründung des Forum-Verlages.

März: Gründung des Leipziger Arbeitskreises zur Geschichte des Buchwesens.

18. April: Gründung des Kuratoriums „Haus des Buches".

Mai: Gründung des Verbandes der Druckindustrie Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt e. V.

Überführung staatlicher Firmen in die Verwaltung der Treuhandanstalt.

1991

1. Januar: Vereinigung der Börsenvereine Ost und West, Hauptsitz (Geschäftsstelle) des vereinigten Börsenvereins: Frankfurt a. M.

8. Januer: Wiedergründung des Leipziger Bibliophilenabends.

31. Oktober: Die Hinrichssche Buchhandlung wird nach gescheiterten Privatisierungsversuchen durch die Treuhand geschlossen und liquidiert (genau 200 Jahre nach der Gründung).

Es erscheint der erste Band des Leipziger Jahrbuches zur Geschichte des Buchwesens, hg. vom Leipziger Arbeitskreis.

1992

Erstmals wird die Buchmesse durch „Leipzig liest" begleitet.

1994

8. November: 1. Zusammenkunft der Kontaktgruppe Buchhandelsgeschichte.

1995

In Leipzig gibt es 69 Verlage und 72 Sortimentsbuchhandlungen.

Die Verlagsproduktion beträgt in diesem Jahr 542 Titel, dies bedeutet Platz 22 in Deutschland.

Es gibt 3 Großdruckereien, 1 Großbuchbinderei, 24 Satz- und Reproanstalten sowie 53 Druckereien und 18 Buchbindereien als Handwerksbetriebe.

Leipziger Buchmesse erstmals mit Antiquariatsmesse.

Einrichtung eines Studiengangs Buchwissenschaft/Wirtschaft am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Gründung der Gesellschaft zur Förderung der Druckkunst im Stadtteil Plagwitz.

1996

Eröffnung „Haus des Buches" am Gutenbergplatz.

Fertigstellung des „Medienhof Stötteritz".

Eröffnung der ständigen Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums „Merkur und die Bücher - 500 Jahre Buchplatz Leipzig.

12. September bis 26. Januar 1997: Ausstellung der Kontaktgruppe Buchhandelsgeschichte im Alten Rathaus: Leipzig 1896 - Momentaufnahmen einer Buchhandelsstadt. Unter gleichem Titel erscheint eine Publikation beim Sax-Verlag.

1998

Leipziger Buchmesse erstmals auf dem Neuen Messegelände.

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